Einfach mal anfangen: Wie liest man eigentlich die Bibel?
BlogPost · Glaubensleben
Vielleicht stehst du ganz am Anfang deines Glaubenslebens. Du hältst deine erste Bibel in der Hand und fragst dich: Wo und wie fange ich jetzt an?
Vielleicht bist du aber auch schon lang mit Jesus unterwegs, hast aber gemerkt, dass deine Stille Zeit und das Lesen in Gottes Wort irgendwie ins Stocken geraten sind. Du steckst fest und kommst nicht so recht voran.
In diesem Blogbeitrag möchte ich mit dir meine persönlichen Tipps und Erfahrungen teilen, wie man eigentlich die Bibel liest. Folgende Punkte erwarten dich:
1. Die Wahl des Bibelbuches
2. Die Wahl der Übersetzung
3. Eine gute Studienbibel
4. Gemeinsam unterwegs
5. Dranbleiben!
Wenn du tatsächlich gerade erst zum Glauben gekommen bist und nun deine Bibel lesen möchtest, dann direkt eine Sache vorab: Die Bibel ist kein normales Buch wie ein Roman in unserem Bücherregal.
Sie besteht aus 66 Bibelbüchern, die über einen Zeitraum von ungefähr 1.400 bis 1.600 Jahren von ca. 40 Autoren verfasst worden sind. Diese Bibelbücher lassen sich in zwei Teile einteilen: Das Alte Testament und das Neue Testament.
Die Bibel erzählt von Gottes Heilsplan für die Menschen. Du erfährst, wer Gott ist und wer wir Menschen sind, und du liest von den Wegen, die er schon damals mit den Menschen ging und die er heute mit dir geht. Weshalb ist dieses Buch aber so entscheidend für uns Christen?
Die Bibel ist nicht einfach nur ein Sammelwerk, sondern sie ist das Wort Gottes. Das, was in diesen Texten steht, ist das inspirierte und wahre Wort Gottes. Er teilt seine Gedanken mit uns wie in einem Brief! Deshalb ist es essenziell, die Bibel zu lesen. Sie ist wie Nahrung für uns. Also gut. Wo beginnt man am besten?
1. Die Wahl des Bibelbuches
Ich schlage dir vor, nicht ganz vorn zu beginnen, wenn du die Bibel zum ersten Mal liest.
Beginne im Neuen Testament, also im zweiten Teil der Bibel, mit einem der 4 Evangelien. Sie erzählen von Jesu Leben auf der Erde. Danach empfehle ich dir den Römerbrief, denn er handelt davon, wer du als Christ bist.
Wenn du ein wenig warm geworden bist, kannst du mit dem 1. Buch Mose anfangen, das erste Buch im Alten Testament, auch Genesis genannt. Hier erfährst du, wie Gott die Welt erschaffen hat und wie es dazu kam, dass der Mensch zum Sünder wurde.
Nun zu der Frage, die dich auch betrifft, wenn du schon lang im Glauben dabei bist und etwas stagnierst: Wie kann man tiefer gehen beim Lesen von Gottes Wort? Ich erzähle dir gern, wie ich Bibel lese.
2. Die Wahl der Übersetzung
Es beginnt bei der Wahl der Bibelübersetzung. Hier gibt es welche, die den Grundtexten – also den hebräischen und griechischen Übersetzungsgrundlagen – sehr nah sind. Sie sind sehr wörtlich übersetzt, dazu gehört beispielsweise die Elberfelder. Auch die Schlachter gehört zu den wörtlicheren Übersetzungen, sie ist aber etwas einfacher zu verstehen als die manchmal etwas komplex formulierte Elberfelder.
Wenn du dich mit diesen Übersetzungen schwertust, kannst du auch eine etwas freiere Übersetzung wählen, zum Beispiel die Neue Evangelistische Übersetzung, kurz NEÜ.
Ich rate dir dann, zum Beispiel die Elberfelder danebenzulegen und den gelesenen Text dort einmal zu vergleichen. Jedes kleine Wörtchen hat in der Bibel seinen Platz und eine Bedeutung!
3. Eine gute Studienbibel
Mein großer Gamechanger ist eine Studienbibel. Das ist eine Bibel mit Kommentaren, die den Text zusätzlich erklären. Hier gibt es zum Beispiel ganz neu die Elberfelder Studienbibel, die ich dir sehr ans Herz legen möchte. Mir hilft es sehr, den gelesenen Text noch mal erklärt zu bekommen, und man taucht noch viel tiefer in die Zusammenhänge des Wortes Gottes ein!
Ich lege mir neben meine Bibel immer noch einen Block mit Notizzetteln, sodass ich mir Gedanken, die mir zum Text kommen, aufschreibe und einklebe. Das hilft mir, den Text zu verinnerlichen und auch für mich praktisch umzusetzen.
4. Gemeinsam unterwegs
Vergiss nicht: Es ist nicht vorgesehen, dass jeder Christ seinen Weg mit Jesus allein bestreitet. Gott hat uns als Gemeinschaftswesen geschaffen! Suche dir jemanden, mit dem du gemeinsam ein Bibelbuch liest, und tauscht euch darüber aus. Macht euch Notizen, forscht vielleicht in einem Kommentar dazu und stellt gegenseitig Fragen. Das kann unfassbar viel Veränderung und Motivation geben!
Ich lese gerade mit meinem Mann die 5 Bücher Mose. Es ist so hilfreich, sich darüber auszutauschen und sich zu fragen: Was nimmst du aus dem Text mit?
Zu diesem Punkt gehört übrigens auch die Wahl deiner Gemeinde. Es ist die Aufgabe der Ältesten, das Wort Gottes zu lehren. Suche dir also eine Gemeinde, wo dies auch wirklich geschieht!
5. Dranbleiben!
Ja, es gibt Durststrecken. Ja, es gibt Phasen, in denen uns die Motivation fehlt. Doch gerade dann sollten wir uns hinsetzen und die Bibel aufschlagen!
Ich vergleiche das gern mit einem Restaurantbesuch, bei dem man zwar Plätze reserviert hat, obwohl man eigentlich noch keinen großen Hunger hat. Genau so lang, bis man die Tür des Restaurants öffnet und einem der Geruch des Essens entgegenschlägt. Spätestens dann fängt zumindest mein Magen an, gierig zu grummeln.
Ich möchte dich ermutigen: Bleib dran! Vielleicht ist einer der genannten Punkte dein nächster Schritt, um in der Bibellese zu wachsen.
Kauf dir eine Studienbibel, such dir einen Lesepartner, wähle eine andere Bibelübersetzung.
Gott hat uns mit diesen Dingen so reich beschenkt. Lasst uns sie nutzen und erfahren, wie großartig Gott ist.
Diaconu

