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HOT TOPIC: Beim Sex mit der Ehefrau fremdgeschaut!

BlogPost · Liebe

Nein, ich habe auch noch keinen „klassischen“ Porno gesehen, sofern man die eine oder andere Szene aus diversen Netflix-Serien und Co. von heute nicht mitzählt. Wobei ich dann auch meistens vorspule. Doch mein Mann hat dabei andere Erfahrungen als ich.

Als Edwin in Indien in der Uni war und nicht mehr in seiner christlich-konservativen „Bubble“ lebte, wurde er von seinen Kommilitonen mit den ersten Pornos konfrontiert. Auf den Studenten-Partys war dies ganz normal. Man traf sich und im Hintergrund lief ein Porno. So ging es los. Allein schaute er sich keine an, doch die Bilder blieben im Kopf hängen und die nächste Party kam. Damals war er bereits 20 Jahre alt gewesen. Heute weiß man, dass Jungs im Durchschnitt mit etwa 10 Jahren die ersten Pornos sehen.

Irgendwann, Jahre später, saß mein Mann dann in Australien vor seinem Computer und lernte nachts um halb zwei für eine Prüfung. Eine halbnackte Britney tauchte auf dem Bildschirm auf und einen Klick später … 2 Stunden später…

Er hatte seit Jahren keinen einzigen Porno mehr gesehen. Und so schnell war er wieder mittendrin. Nur einen Klick entfernt!

Ich wusste davon, bevor wir uns besser kennenlernten, bevor wir intimer miteinander wurden. Ich wusste auch, dass der Umgang mit Pornografie zu seiner Vergangenheit gehörte. Zu Beginn unserer Beziehung hatten wir einmal darüber gesprochen. Ich habe ihm geglaubt und vertraut, und damit war das Thema für mich vom Tisch.

Was ich jedoch nicht wusste: Für ihn war es noch lange nicht ganz vergessen. Ja, er schaute keine Pornos mehr an, doch die Bilder waren immer noch in seinem Kopf.

So hart das jetzt klingen mag, zu Beginn unserer Ehe habe ich mir beim ersten gemeinsamen Sex das Bett mit einer anderen Frau geteilt! Sie war zwar nicht physisch mit uns im gleichen Raum, doch im Kopfkino meines Mannes war sie sehr aktiv. In dem Moment, als wir ganz intim wurden, kamen bei ihm Bilder hoch, die er vorher weit von sich weggeschoben hatte.

Wer kennt es nicht, dass Bilder, die uns auf irgendeine Weise emotional bewegt haben – egal, ob stark positiv oder negativ –, lange und manchmal viel zu lange irgendwo in unseren neuronalen Verknüpfungen im Gehirn hängen bleiben und plötzlich ohne Vorwarnung wieder in den Vordergrund unserer Gedanken katapultiert werden?

So oder so ähnlich muss es meinem Mann damals ergangen sein. Und auf einmal waren sie da, diese Frauen, die er Jahre früher in irgendwelchen Pornos gesehen hatte.

Ich weiß nicht, wie es dir gehen würde, wenn dein Partner beim Sex mit dir eine andere Frau oder auch einen anderen Mann vor Augen hat. Sei es nun der oder die Expartner/in oder eben auch einfach „nur“ der oder die unbekannte Pornodarsteller(in). Keine so schöne Vorstellung, oder? Doch vermutlich die Realität in vielen Betten.

Ein bisschen hat es mich auch schockiert, als wir später darüber sprachen. Und doch war ich gleichzeitig unglaublich froh und dankbar, dass er mit mir so ehrlich darüber reden konnte und mich in sein Kopfkino hineinblicken ließ.

Solche Bilder bleiben hängen und begleiten die meisten Männer viele Jahre lang. Mein Mann hat diese Erfahrungen immer wieder allein und später auch mit mir gemeinsam vor Gott gebracht. Irgendwann durfte er dann anderen jungen Männern dabei helfen, von diesen Erfahrungen und Bildern frei(er) zu werden.

Aber was macht es mit mir als Frau, wenn ich weiß, dass mein Partner Pornos schaut? Wie empfindet man dabei? Verletzt es einen noch? Oder ist man bereits so abgestumpft, dass man es einfach hinnimmt, weil es heutzutage ja zum Standard unserer Gesellschaft gehört!?

Für manche Paare gehört Pornografie zum normalen Sexleben dazu. Eine Freundin erzählte mir vor Jahren einmal, dass ihr damaliger Freund sich so etwas vorher immer reinziehen musste, damit er überhaupt zur Erektion kam. Ob sie das stören würde, habe ich sie gefragt. Eigentlich schon. Doch dann hat sie ihm zuliebe mitgemacht. Und irgendwann war es dann halt einfach ganz normal. Die Beziehung hat nicht gehalten.

Ich habe gemerkt, dass ich mich meinem Mann sexuell für eine Weile nicht so freigiebig hingeben konnte, weil ich diesen Bildern in seinem Kopf nicht entsprach, nicht gerecht werden konnte und ich mir auch vorgestellt habe, dass er gewisse Dinge ausprobieren will, für die ich (noch) nicht bereit war. Wir mussten lernen, ganz offen über unsere Sexualität zu sprechen. Was ich mitmachen möchte, was vielleicht aber auch nicht meinem Geschmack entspricht. Wo unsere Grenzen liegen. Was uns beiden gemeinsam guttut. Denn Sexualität in der Ehe ist uns von Gott geschenkt worden, damit beide daran Freude finden und einander dienen. Sex darf Spaß machen, und zwar beiden! Füreinander. In der Ehe.

Paulus schreibt es in seinem Brief an die Gemeinde in Ephesus so:

„Ordnet euch aus Achtung vor Christus bereitwillig einander unter.“ (Epheser 5:21)

Und dann führt er fort, wie er sich die Ordnung von Mann und Frau innerhalb einer Ehe vorstellt.

Für mich bedeutet „sich einander unterordnen“, dass wir immer wieder das Beste für den Anderen suchen – beide von uns. Gerade auch im Sexualleben. Was möchtest du? Was magst du? Wie geht es dir damit? Was tut dir gut? Was gefällt dir, was vielleicht nicht so sehr? Was ruft Störungen in der gemeinsamen Intimität hervor, und weshalb?

Mein Mann und ich sprechen immer wieder über unsere Sexualität. Das hört auch nicht auf. Denn nach der Geburt unserer ersten und auch zweiten Tochter hat sich für mich einiges geändert. Mein Körper war auf einmal ein ganz anderer und blieb lange ungewohnt für mich. Doch das ist ein Thema für ein anderes Mal.

Meines Wissens hat Pornografie einer Beziehung noch nie gutgetan – egal, ob verliebt, verlobt oder verheiratet! Zumindest entspricht das sowohl meiner eigenen Erfahrung als auch der Erfahrung einiger Paare und Frauen, mit denen ich in den letzten 10 Jahren darüber gesprochen habe.

Wenn du das nächste Mal auf eine bestimmte Seite klicken möchtest. Wenn du das nächste Mal zu deiner Frau, zu deinem Mann ins Bett gehst und Sex erwartest. Wenn du das nächste Mal Bilder im Kopf hast, die dort nicht hingehören, die weder gesund noch hilfreich für euch als Paar sind. Dann stell dir doch einfach mal diese Frage:

Was erwartet Liebe von dir?

Und dann begegne deiner Freundin, deiner Frau. Dann begegne deinem Freund, deinem Mann!

Wie auch immer das in deiner aktuellen Partnerschaft aussehen mag, fangt an, miteinander offen darüber zu sprechen. Und sei dir gegenüber ehrlich, wie du wirklich empfindest. Sprich mit einem Menschen, der dich gut kennt und dem du vertraust, und beginne, dich damit auseinanderzusetzen, bevor deine Beziehung, deine Ehe und möglicherweise auch Kinder darunter leiden.

Lotte
Telzer

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